[Steam] Valve hat Steam Greenlight abgeschafft

Nun ist es offiziell: Steam Greenlight wurde abgeschafft!

Am 13.07.2017 hat der Entwickler Valve Steam Greenlight abgeschafft und durch Steam Direct ersetzt.

 

Steam Greenlight

Steam Greenlight

 

Was war Steam Greenlight?

Mit Steam Greenlight hat Valve im August 2012 einen Community-Prozess eingeführt, welcher der Community das Recht gab, selbst zu entscheiden, welche Spiele auf Steam erscheinen und welche nicht. Grund war die stetig wachsende Anzahl an Anfragen von großen Publishern & Indie Studios, die ihre Spiele alle im Steam Store veröffentlichen wollten. Valve (die Firma hinter Steam) kam bei den vielen Anfragen & Überprüfungen der neuen Spiele nicht mehr hinterher und entschied sich, diesen Job auf die Spieler selbst zu übertragen:
Die Community (also die Spieler) sollten mehr demokratische Rechte erhalten und mit Votes, also einer Art Abstimmungsprozess, selbst entscheiden dürfen, ob es ein Spiel wert war, um auf Steam zu erscheinen. Wenn ein Spiel genug Ja Votes besaß, bekam das Spiel von Steam grünes Licht und Valve setzte sich mit den Entwicklern auseinander um über den weiteren Prozess zu reden.

 

Das Ziel war es, dass somit nur Spiele auf Steam erscheinen, die einer größeren Anzahl von Spielern auch wirklich gefielen und Valve selbst weniger Arbeit hatte. Das ganze hatte auch einen netten Nebeneffekt: Vorallem kleinere Game Studios (Indie Studios) hatten jetzt eine bessere Gelegenheit, ihre Spiele auf Steam zu veröffentlichen, ohne dabei große Hürden zu überwinden (eine große Publisher Firma nimmt man manchmal mehr wahr, als ein kleines Game Studio…). Jeder Spieleentwickler, der ein Spiel entwickelt hat, konnte dies bei Steam einreichen und darauf hoffen, dass die Community für ihn stimmt. Es mussten lediglich etwa 90 – 100 US Dollar einmalig gezahlt werden.

 

Leider wurde dieser Abstimmungs-Prozess immer wieder zum Problem:

Immer mehr qualitativ schlechtere Spiele überschwemmten den Steam Store und es wurde für Valve immer schwieriger, dem Herr zu werden. Für Spieler war es immer schwieriger zu entscheiden, welches Spiel denn jetzt sein Geld wert war und es gab eine Unmenge an Spielen, bei denen man sich einfach nicht mehr entscheiden konnte, welches denn jetzt besser als das andere ist und gekauft werden solle. Dies führte außerdem dazu, dass es zwar massenweise Spiele gab, man aber nicht mehr die Spiele fand, die einen wirklich interessierten.

 

Bereits im Januar 2014 hatte Valve angedeutet, Steam Greenlight wieder abschaffen zu wollen und im Februar 2017 hat Valve endgültig angekündigt, Steam Greenlight durch etwas neues zu ersetzen: Steam Direct.

 

Was ist Steam Direct?

Steam Direct ist der neue Prozess zur Einreichung von Spielen, der Steam Greenlight ersetzen soll. Die Community wird jetzt nicht mehr im Entscheidungsprozess mehr eingebunden, sondern die die Entwickler des Spieles müssen pro Spiel eine eine Gebühr von 100 US-Dollar zahlen, um ihr Spiel bei Steam veröffentlichen zu können.

Valve hofft darauf, dass sich Entwickler genau überlegen, ob es ihr Spiel wert ist, für 100 US-Dollar im Steam Store zu erscheinen und somit weniger qualitativ miese Spiele den Weg in den Steam Store finden. Die Gebühr steht erst seit der Einführung am 13.07.2017 fest, im Februar 2017 war bei Valve noch eine Summe zwischen 100 und 5000 US-Dollar im Gespräch, sich letzendlich aber doch für 100 US-Dollar entschieden, um auch kleineren Game Studios (Indie Dev Studios) eine Chance zu geben, ihr Spiel auf den Markt zu bringen. Wenn ein Spiel mehr als 1.000€ Einnahmen (durch Käufe & In-Game Shops) erzielt, erstattet Steam die Gebühr schrittweise zurück.

Nachdem der Entwickler sein Spiel eingereicht hat, muss er seine Identität bestätigen (Formalitäten, Steuer- und Identifikationsverifizierungsprozess) und die Gebühr von 100 US-Dollar bezahlen. Danach findet noch ein kurzer Überprüfungsprozess statt, der laut Steam in den meisten Fällen nicht länger als 1 – 2 Tage andauern soll. In diesem wird das Spiel von den Mitarbeitern gestartet, um zu schauen, dass es richtig konfiguriert ist, der Beschreibung im Steam Shop entspricht und keine schädigenden Dateien enthält.

Mehr Informationen zum neuen Prozess findet ihr hier.

 

Was bedeutet das für Spieleentwickler?

Vorallem für kleinere Indie Game Studios und Hobby Spieleentwickler – die kein oder nur ein kleines Budget besitzen – wird er schwieriger.
Die meisten können oder wollen diese Gebühr nicht aufbringen, um ihr Spiel in Steam erscheinen zu lassen. Vorallem, wenn das Spiel auch noch kostenlos angeboten werden soll. Auch das finanzielle Risiko für Entwickler steigt, da sie zwar die Gebühr zahlen, aber vorher nicht einschätzen können, ob ihr Spiel denn auch wirklich gekauft wird. Das Investitionsrisiko ist somit deutlich höher. Große Game Studios haben es dagegen einfacher, ihr Spiel auf den Markt zu bringen.

Auf der anderen Seite sind vorallem eher unbekannte Spieleentwickler nicht mehr so abhängig von der Community. Immerhin ist so ein Abstimmungsprozess doch sehr subjektiver Natur und nicht jedem gefallen die selben Spiele.

 

Und was bedeutet das für Spieler?

Da Steam jetzt eine Gebühr verlangt, ist zu erwarten, dass weniger kostenlose Spiele den Weg in den Steam Shop finden. Immerhin will man als Entwickler nicht auch noch Minus machen, wenn man schon seine kostenlose Arbeit veröffentlicht. Auf der anderen Seite wird die Qualität der Spiele wahrscheinlich (hoffentlich) auch zunehmen, da ein Entwickler nur noch die Spiele veröffentlicht, von denen er auch Käufe erwarten kann. Außerdem wird der Steam Store vermutlich sicherer sein und keine fragwürdigen Inhalte mehr besitzen, da jedes Spiel einen kleinen Überprüfungsprozess durchwandern muss.

Fraglich bleibt dagegen, ob jetzt noch mehr oder weniger Spiele den Weg in den Steam Shop finden.

 

Weiterführende Literatur & Quellen

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